Mahnwache zu 60 Jahre Amnesty International am 29.05.2021

Bild: Inge Rockenfeller

60 Jahre für die Menschenrechte! – Amnesty feiert Geburtstag!

60 Jahre Amnesty International –das sind Generationen von Menschen, die sich mit Mut, Engagement und Leidenschaft, aber auch Geduld und Hartnäckigkeit für die Menschenrechte eingesetzt haben. Generationen von Menschen, die zusammen laut geworden sind und die Straßen erobert oder still und beharrlich einen Brief nach dem anderen an Regierungen geschrieben haben.

Seit den Zeiten des Kalten Krieges bis heute haben sie alle eines gemeinsam: Sie haben sich für die Würde und die Rechte jedes Einzelnen eingesetzt und über politische, ethnische oder religiöse Grenzen hinweg ihre Mitmenschlichkeit gezeigt. Die Organisation genießt weltweit den guten Ruf einer politisch unabhängigen Organisation, die einen hohen moralischen Standard vertritt. Unabhängig von politischer Meinung hilft sie Menschenrechtsverteidiger*innen weltweit, sich für die Rechte ihrer Mitmenschen zu engagieren. Denn alle Menschen sind gleich und haben deshalb auch die gleichen Rechte, so steht es auch in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der Basis für die Arbeit von Amnesty International weltweit. 1977 erhielt die Menschenrechtsorganisation den Friedensnobelpreis.

„Mit Menschlichkeit für die Menschenrechte“ ist das Motto der deutschen Sektion von Amnesty International für ihre Aktionen zum 60-jährigen Bestehen. Die Neuwieder Gruppe von Amnesty International war für die Mahnwache zum Amnesty-Jubiläum bestens vorbereitet. Eine Bodenzeitung mit Zeitleiste informierte die Passanten über die Geschichte von Amnesty International, der deutschen Sektion sowie der Gruppe Neuwied. Eine Besonderheit dieser Mahnwache sei die Luftballonaktion, erklärte die Gruppensprecherin Susanne Kudies: „60 gelbe, mit Helium gefüllte Ballons werden vor Beginn der Mahnwache in den Neuwieder Himmel geschickt, verbunden mit einer Postkarte, welche die Finder des Ballons zum Einsatz für die Menschenrechte auffordert.“ Gruppensprecherin Susanne Kudies rief dazu auf, dass sich die Finder eines der Ballons nach dem 29. Mai bitte melden sollten, entweder bei der Neuwieder Gruppe via Nachricht auf der Homepage oder in Berlin. „Wir würden es begrüßen, wenn Menschen, die im Großraum Neuwied – Andernach wohnen, sich, inspiriert durch den Fund des Ballons, für die Menschenrechtsarbeit entschließen würden“, bekräftigte die Gruppensprecherin; denn die Tatsache, dass Amnesty in diesen Tagen 60-jähriges Bestehen begehe, müsse zu denken geben, zeige es doch, dass Menschenrechtsarbeit heute noch genauso nötig sei wie vor 60 Jahren. Deshalb begehe die Gruppe diesen Tag mit einer Mahnwache für die Einhaltung der Menschenrechte weltweit, auch hier in Deutschland.

Theresia Knieke, langjähriges Gruppenmitglied, erzählte: „Die Geschichte von Amnesty International beginnt am 28. Mai 1961, an dem Tag, an dem der britische Anwalt Peter Benenson in der britischen Zeitung ‚The Observer‘ einen Essay veröffentlichte, der die Notwendigkeit, für Menschenrechte aktiv zu werden, deutlich aufzeigte. Seit diesem Tag kümmern sich weltweit Menschen in Gruppen und Sektionen, als Freiwillige, Juristen und Menschenrechtsaktivist*innen um die Einhaltung der Menschenrechte und arbeiten gegen die Todesstrafe, Folter und Sklaverei und für die Einhaltung wirtschaftlich-sozialer und kultureller Rechte ihrer Mitmenschen. Auch in Neuwied ist dies seit den 1960er-Jahren der Fall. Die offiziell erste Gründung einer Amnesty-Gruppe in Neuwied erfolgte am 23. Januar 1972. Seitdem wird in Neuwied durch eine derzeit starke Gruppe von 16 Mitgliedern und zahlreichen finanziellen Förderern erfolgreich Menschenrechtsarbeit betrieben“. Inge Rockenfeller fügte hinzu: „Zuerst waren es hauptsächlich Einzelfallarbeiten, die das Schicksal bestimmter politischer Gefangenen betrafen, für die wir Briefe an Behörden geschrieben haben. Später hat sich die Gruppe dann verstärkt der Menschenrechtsbildung durch Öffentlichkeitsarbeit in Form von Mahnwachen, Informationsständen, Schulbesuchen und Mitwirkung in Gottesdiensten zu menschenrechtlichen Themen gewidmet“. Gruppenmitglied Manfred Kirsch wies darauf hin, dass die Neuwieder Gruppe im Bündnis ‚Neuwied ist bunt!‘ vertreten sei. Daher arbeite man auch verstärkt zu Themen wie Antisemitismus und Rassismus. Für Flüchtlinge, die nach Europa kämen, vertrete Amnesty die Forderung nach sicheren Zugangswegen sowie fairen Asylverfahren. Denn hier gelte es wie immer in der Menschenrechtsarbeit das Gebot der Menschlichkeit zu wahren.

„Diese Kerze brennt nicht für uns – sie brennt für alle, die wir nicht aus dem Gefängnis retten konnten, die auf dem Weg ins Gefängnis erschossen wurden, die gefoltert oder entführt wurden, die ‚verschwunden‘ sind. Dafür steht diese Kerze.“  ( Peter Benenson )

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Interview mit Zeitung Blick-aktuell Neuwied

 

 

4. Juni 2021